Jurex: Insolvenz zurückgezogen

Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Andrej Hunko

Wie das "Postbotenforum" berichtet, ist die Insolvenz des privaten Briefzustellers Jurex heute "aus formalen juristischen Gründen" zurück gezogen worden. Als eigentlicher Grund wird vermutet, dass damit der Preis für laufende Übernahmeverhandlungen hoch gehalten werden soll.

Ein nicht näher genannter Investor will das in Zahlungsschwierigkeiten geratene Unternehmen mit Sitz in Erkelenz übernehmen. Die Verhandlungen sollen bis Montag zum Abschluss kommen. Im Zuge des bisherigen Insolvenzverfahrens seien schon große Kunden abgesprungen - etwa aus Hamburg und Niedersachsen.

Besonders bitter für die Kollegen: Mit der Rücknahme der Insolvenz erlischt ihr Anspruch auf Insolvenzgeld - die Erstattung ihres Lohnes durch die Arbeitsagentur. Nach wie vor steht die Auszahlung der Mai-Gelder aus. "Die Kollegen müssen teilweise hungern", so die Dürener verdi-Sekretärin Herma Janßen. Per E-Mail werden die Kollegen von Geschäftsführer Norbert Luer auf den Abschluss der Verhandlungen vertröstet.

Jurex, ein Kind der Privatisierung des Postwesens, ist vor allem durch eklatante Niedriglöhne und ein besonders rabiates Verhalten gegen Mibestimmungsstrukturen in die Schlagzeilen geraten. Am Mittwoch wurde etwa Frau Janßen Hausverbot erteilt.

Gegen die weitere Privatisierung des Postwesens sprach sich derweil die Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion, Sabine Zimmermann , aus:

"Die bisherige Teilöffnung des Briefmarktes hat zu einer inflationären Ausbreitung von Billigjobs geführt und die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Briefdienstleistungen verschlechtert."

 

 

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