Jurex: Insolvenz zurückgezogen
Wie das "Postbotenforum" berichtet, ist die Insolvenz des privaten Briefzustellers Jurex heute "aus formalen juristischen Gründen" zurück gezogen worden. Als eigentlicher Grund wird vermutet, dass damit der Preis für laufende Übernahmeverhandlungen hoch gehalten werden soll.
Ein nicht
näher genannter Investor will das in Zahlungsschwierigkeiten geratene
Unternehmen mit Sitz in Erkelenz übernehmen. Die Verhandlungen sollen
bis Montag zum Abschluss kommen. Im Zuge des bisherigen
Insolvenzverfahrens seien schon große Kunden abgesprungen - etwa aus
Hamburg und Niedersachsen.
Besonders bitter für die Kollegen: Mit der Rücknahme der Insolvenz
erlischt ihr Anspruch auf Insolvenzgeld - die Erstattung ihres Lohnes
durch die Arbeitsagentur. Nach wie vor steht die Auszahlung der
Mai-Gelder aus. "Die Kollegen müssen teilweise hungern",
so die
Dürener verdi-Sekretärin Herma Janßen. Per E-Mail werden die Kollegen
von Geschäftsführer Norbert Luer auf den Abschluss der Verhandlungen
vertröstet.
Jurex, ein Kind der Privatisierung des Postwesens, ist vor allem durch eklatante Niedriglöhne und ein besonders rabiates Verhalten gegen Mibestimmungsstrukturen in die Schlagzeilen geraten. Am Mittwoch wurde etwa Frau Janßen Hausverbot erteilt.
Gegen die weitere Privatisierung des Postwesens sprach sich derweil die Bundestagsabgeordnete der Linksfraktion, Sabine Zimmermann , aus:
"Die bisherige Teilöffnung des Briefmarktes hat zu einer inflationären Ausbreitung von Billigjobs geführt und die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Briefdienstleistungen verschlechtert."



