RWTH: Eine Woche „festival contre le racisme“

Veröffentlichungsdatum Geschrieben von ASTA RWTH

Image Am heutigen Montag beginnt in Aachen das "festival contre le racisme ".

Rassismus und Diskriminierung sind auch Themen, welche die Studierenden etwas angehen. Rechtsextreme Übergriffe, wie der auf den jungen Wissenschaftler Ermyas M. in Potsdam am Ostermontag 2006, sind nur die Spitze des Eisberges.

Ständig sind ausländische Studierende mit Hürden konfrontiert, die deutschen Studierenden unbekannt sind. Eine diskriminierende AusländerInnengesetzgebung und ein zumindest merkwürdiger Umgang mit Flüchtlingen und MigrantInnen sind Alltag. Die Probleme sind vielfältig, aber nicht allen Studierenden bekannt.

In Deutschland ist das festival contre le racisme eine dezentrale Kampagne, findet also an mehreren Orten gleichzeitig statt. Aachen ist seit dem ersten festival contre le racisme vor vier Jahren mit dabei. Mit dabei sind Fachschaften, die AusländerInnenvertretung und nach einjähriger Pause nun auch wieder der AStA.

Der freie zusammenschluss von studentInnenschaten (fzs) koordiniert hierbei die einzelnen Hochschulstandorte und unterstützt die VeranstalterInnen vor Ort mit einheitlichen Materialien, Medienarbeit und Hilfe bei der Suche nach Themen und ReferentInnen.

Das Aachener festival und einige Hintergründe zum diesjährigen Schwerpunkt „Mobilität" stellen wir euch hier vor.

Das Programm:

ImageIG-Farben Ausstellung, Ausstellung zu den Verbrechen des Chemiekonzerns IG-Farben im NS

Audimax von Montag bis Freitag (11.-15.06.)

Die Ausstellung zweigt in eindrucksvollen Bildern und Dokumenten die Mitwirkung der IG Farben AG im ersten und zweiten Weltkrieg. Die ersten 19 Banner zeigen dabei, dass sich die IG Farben AG nicht nicht „nur" um eine Unterstützung der Kriegsmaschinerie beschränkte, sondern sich aktiv am Massenmord an Juden und Andersartigen beteiligte. Die Ausstellung schließt mit der Politik der IG-Farben AG (in Auflösung) nach 1945 und der Frage nach Zwangsarbeitervergütung. Durch die Ausstellung wird es zwei Führungen geben.

Der verbotene Schmerz, Beschneidung bei Frauen, Vortrag von Kerstin Kilanowski (Terrre des Femmes)

Dienstag, 12.6. 19:00 Uhr im Chico Mendes (Pontstr. 74)

Weltweit sind 150 Millionen Mädchen und Frauen von einer Tradition betroffen, die ihre reproduktive und sexuelle Gesundheit schädigt. Die Mehrheit davon lebt auf dem afrikanischen Kontinent, aber auch in Europa finden heimlich die Beschneidung kleiner Mädchen und Babies statt, vor allem in isolierten Migrantenfamilien, die ihre Kultur aufrecht erhalten wollen. Welche Gründe Frauen (und Männer) für die ‚Beschneidung‘ der weiblichen Genitalien anführen, hat die Kölner Journalistin Kerstin Kilanowski recherchiert. http://www.k-kilanowski.de/

ImageFatihland. Kabarett von und mit Fatih Cevikkollu

Mittwoch, 13.06. 20:00 Uhr im Theatersaal (Turmstr. 3),Eintritt: 12 Euro (ermäßigt 7 Euro)

Fatih Çevikkollu begeistert mit seinem erstem Soloprogramm „Fatihland"die Zuschauer und Fachleute gleichermaßen.

Zum besten Newcomer des Jahres avancierte er endgültig mit dem Gewinn des Prix Pantheon 2006 - Jurypreis -, dem renommiertesten Kleinkunstpreis für den Bereich Kabarett und Comedy im deutschsprachigen Raum. Auf der Bühne erzählt er mit dem Blick eines in Deutschland geborenen Türken und einer gehörigen Prise Selbstironie über seine Kindheit in Köln, die stundenlangen Autofahrten zu Beginn der Sommerferien in die Heimat („Gefangen im Taunus in die Türkei"), über Bauchtanzkurse in der Volkshochschule („Das ist so, als ob du in der Badewanne tauchen lernst") und über den Deutschen in sich („Ich spürte in mir die Lust am Recht auf Empörung").

http://www.fatihland.de/

Der globalisierte Haushalt, Vortrag zur Situation migrantischer Hausarbeiterinnen

Donnerstag, 14.06. 14 Uhr im Humboldt-Haus (Pontstr. 41)

Trotz aller Zuzugsbeschränkungen in Deutschland & Europa sind Arbeitskräfte mobil und kommen dahin, wo Bedarf herrscht. Dieser besteht heutzutage vor allem bei Beschäftigungen im Haushalt: Wo sich deutsche Frauen emanzipieren und eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, wird die Hausarbeit immer öfter schlicht auf migrantische „Hilfen" umverteilt. Dabei muss es nicht immer legal zugehen - hinter manchen Au-Pair Stellen verbergen sich eine dauerhafte Beschäftigungen oft hochqulifizierter Frauen. Wie verbreitet dieses Phänomen ist, was dies für die einzelnen Frauen bedeutet und was man geschlechterpolitisch davon halten kann, wird Helen Schwenken diskutieren. - Helen Schwenken ist Politikwissenschaftlerin und hat zahlreiche Beiträge zu den Themen Migration, Globalisierung und Feminismus veröffentlicht.

http://www.glow-boell.de/de/rubrik_2/5_1527.htm

ImageAbschiebung im Morgengrauen Vorfilm: Der Test

Dokumentation zur alltäglichen Arbeit von Ausländerbehörden. Anschließend Diskussion moderiert vom Flüchtlingsplenum Aachen.

Donnerstag, 14.06. 20 Uhr im Humboldt-Haus (Pontstr. 41)

Abschiebung nach 15 Jahren Deutschland. Das bedeutet: Nächtliches Klingeln, Polizei in der Wohnung, eine Tasche pro Person und eine halbe Stunde Zeit zum Packen. Das wars. Ausländerbehörden in Hamburg. Wer hier reingeht, um eine Duldung zu verlängern, weiß nicht, ob er wieder frei hinausgehen kann. Hier wird entschieden über Bleiben oder Ausreise - im schlimmsten Fall die „sofort vollziehbare" Abschiebung. - Michael Richters Dokumentation von 2005 wurde mit Preisen wie Civis und Grimme Preis ausgezeichnet.

http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID1141442,00.html

Aachener Friedenslauf - Laufen fairbindet

6. Aachener Friedenslauf „Gemeinsam gegen Rassismus" Freitag, 15.6., 10 Uhr

Mehr Infos: www.run4peace.eu

Rosen auf den Weg gestreut Vortrag von Richard Gebhardt zu Deutschland und seinen Neonazis

Freitag, 15.06. 17:30 Uhr im Fo8 (Kármán)

Neonazis feiern Wahlerfolge, rassistische Anschläge machen vorübergehend Schlagzeilen, Berichte über »No-Go-Areas« und eine alltägliche rechte Subkultur wiederholen sich. Der »Aufstand der Anständigen« hat sich als Flop erwiesen, und der Aufschrei über den Einzug der NPD in die Landtage von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ist schnell verstummt. Der Vortrag beleuchtet das allzu freundliche Umfeld, das der extremen Rechten die Rosen auf den Weg streut. Er untersucht deren Konzepte, nimmt ihre Praxis in Landes- und Kommunalparlamenten unter die Lupe und diskutiert die gesellschaftlichen Verhältnisse, vor deren Hintergrund Neofaschisten erstarken. - Richard Gebhardt ist Politikwissenschaftler und freier Journalist.

http://www.papyrossa.de/neuer2007f_direkt.htm

Abschlusskonzert, Live Musik im Humboldt-Haus (Pontstr. 41)

Freitag, 15.06. Ab 20 Uhr

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