Heute: Neonazi-Konzert in Aachen – Antifa ruft zum Protest

Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Andrej Hunko

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Spontaner Protest in Aachen, Foto: Antifa Düren
[update 20.30 Uhr: Nach zuverlässigen Informationen findet das Konzert zur Zeit in Nuth, Kiesgrube 35, ca 10 km nordwestlich von Heerlen statt. Mehr als 100 Neonazis wurden im Laufe des frühen Abends durch Aachen geschleust und von einem Oldenburger Kleinbus (OL-BH-288, BH steht für "Blood & Honour", 88 für "Heil Hitler") sowie zahlreichen PKWs vom Tivoli nach Nuth geshuttelt.

Unterdessen demonstrierten knapp 200 Menschen mit einer lautstarken und kämpferischen Demo durch die Aachener Innenstadt. Die Redner forderten die Stadt auf, solche Vorgänge nicht weiter zuzulassen und Informationen über Neo-Nazi-Aktivitäten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.]

[update 17:20 Uhr: Nach aktuellen Informationen ist das Konzert in Herzogenrath verboten worden. Unklar ist, ob es trotzdem wo anders stattfindet, etwa auf einem Privatgrundstück in Aachen.]

Für den heutigen Freitagabend ist ein Konzert der Band „Kategorie C - Hungrige Wölfe" in der Aachener Region geplant. Laut Wikipedia bewegt sich die Band um Leadsänger Henrik Ostendorf im Grenzbereich zwischen Neonazismus und Hooliganismus.

Es ist davon auszugehen, dass das Konzert zum Anziehungspunkt für die überregionale Neonazi-Szene wird. Auch Faschisten aus Belgien und den Niederlanden werden erwartet.

Nach Informationen der Antifa sollen sich die Nazis an der Shell-Tankstelle am Tivoli treffen, um von dort nach Herzogenrath „geshuttelt" zu werden.

Verschiedene Antifagruppen, darunter die VVN-BdA rufen zum Widerstand. Treffpunkt ist 17.30 Uhr am Markt in Aachen.

Zu den Vorkommnissen erklärt die VVN-BdA:

"Seit Wochen wird am und um den Tivoli für ein Nazi-Konzert mit der Band "Kategorie C-Hungrige Wölfe" geworben. Aus dem Umfeld der Alemannia-Ultras unter Anleitung des Ex-Herzogenrathers Sascha Wagner (NPD-Funktionär) wird das Konzert vorbereitet.

Nachdem die Antifa-Aachen den neonazistischen Hintergrund des für Freitag, den 24.8. geplanten Konzertes aufdeckte (nachzulesen bei "Klarmanns Welt") hüllen sich alle in Schweigen. Die Polizei sagt nichts, weil Ruhe für sie schon der Idealfall von Demokratie ist. Alemannia möchte nicht schon wieder ins bundesweite Gerede kommen und duckt sich vorsorglich weg. Politiker fühlen sich erstmal gar nicht angesprochen usw.

Wir haben nun einen Tipp bekommen, dass der Einweisungspunkt für das Konzert an der Shell-Tankstelle Krefelder Straße (am Tivoli) sein wird. Von da aus fahren die Nazis nach Herzogenrath-Merkstein. Das Konzert soll im Park der Grube Adolf stattfinden, welcher selbstverständlich an der Adolfstrasse liegt. Das deutet auf Ortskenntnisse.

Wir meinen, ein solch groß-angelegtes Nazi-Konzert darf nicht in der Region stattfinden. Wir rufen auf, sich am Freitag um 17.30 Uhr am Markt in Aachen zu treffen, um dort neueste Infos zu erfahren und gegebenenfalls gemeinsam nach Merkstein zu fahren. Es wäre an den Inhabern und Verwaltern des Parks, das Konzert noch rechtzeitig abzusagen. Es ist an der Politik und Verwaltung in Herzogenrath die Reißlinie zu ziehen. Hoffentlich verstecken sich nicht alle.

Kein Nazi-Konzert- egal wo. Nazi-Strukturen zerschlagen- NPD und Kameradschaften verbieten."

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / -Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Kreisverband Aachen
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