Kronenbrot droht mit Streikverbot

Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Redaktion

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Warnstreik bei Kronenbrot am 18.10., Foto Ralf Roeger
Das Beispiel Mehdorns und seiner Deutschen Bahn scheint Schule zu machen: Belegschaften, die sich zur Wehr setzen wollen, sollen per Anrufung der Gerichte eingeschüchtert werden.

So auch im aktuellen Tarifkonflikt bei Kronenbrot, dem größten Backwarenabieter aus NRW mit Produktionsstätten in Würselen, Köln und Witten und 1.200 Beschäftigten.

Hauptstreitpunkte: Kronenbrot will im eigenen Laden eine Zwei-Klassen-Arbeiterschaft durchsetzen und Neu-Eingestellten unbefristet 500 Euro monatlich weniger zahlen und die Beschäftigten in die niedrigeren Tarife des Bäckerhandwerkes eingruppieren, anstatt die Industriestrukturen der Firma zu berücksichtigen.

Die Gewerkschaft wiederum fordert eine 5,8%-ige Lohnerhöhung. Am 18.10.07 gab es einen ersten Warnstreik, am 22 10. wurden die seit August dauernden Verhandlungen für gescheitert erklärt.

Nun bereitet die Gewerkschaft NGG einen Arbeitskampf vor – Kronenbrot will genau dieses juristisch verbieten lassen.

Dokumentiert:

Kronenbrot: Lohnverhandlungen gescheitert!
Aachen, den 23.10.07
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erklärte gestern Abend nach einem 10-stündigen Verhandlungsmarathon das Scheitern der seit Ende August andauernden Verhandlungen.

„Die Arbeitgeber bestehen auf eine unbefristete Schlechterstellung von bis zu 500 Euro monatlich für Neueinstellungen. Diese Ungleichbehandlung, so Peter Mogga, Verhandlungsführer aus der NGG-Region Aachen, führt zu einer Zweiklassenarbeitnehmerschaft und mittel- bis langfristig zu einer Absenkung des gesamten Lohnniveaus bei Kronenbrot, bis hin zur Sorge der derzeit Beschäftigten um ihre Existenz. Die NGG hat dagegen ihre Forderung nach einer 5,8%-igen Lohnerhöhung für alle Beschäftigten unterstrichen."

Es ist schon seit der Tarifauseinandersetzung 2005 kein Geheimnis mehr, dass die Geschäftsleitung lieber heute als morgen in die niedrigeren Tarife des Bäckerhandwerks flüchten will. Dies versucht die Arbeitgeberseite nun auch über den juristischen Weg durch zu drücken, in dem den Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft NGG untersagt werden soll für einen Haustarifvertrag, der Industriestrukturen berücksichtigt, zu streiten und zu streiken.

„Das beobachten wir sehr gelassen, wir sind darauf vorbereitet", so Mogga.

Die weiteren Schritte umschreibt Peter Mogga wie folgt:

„Wir werden jetzt kurzfristig die NGG-Tarifkommission zusammenrufen und einen Fahrplan beschließen, der auch festlegt, wann die Urabstimmung sein und wann ein nunmehr drohender Streik beginnen soll. Spätestens am 03.11.07 finden an allen drei Standorten in Würselen (Kreis Aachen), Köln und Witten Mitgliederversammlungen statt. Hier soll gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Arbeitskampf vorbereitet werden."

„Wir sind fest davon überzeugt, dass wir die ca. 1250 Beschäftigten mehrheitlich auf unserer Seite haben. Dies haben die erfolgreichen Warnstreiks von letzter Woche unterstrichen," so Rolf Muckel, Gesamtbetriebsrats-Vorsitzender und NGG-Tarifkommissionsmitglied.

„Gleichzeitig appellieren wir an die Vernunft der Geschäftsleitung, ihre starre Haltung in Richtung Ungleichbehandlung und Flucht ins Bäckerhandwerk aufzugeben."

Mit freundlichen Grüßen
Peter Mogga
Gewerkschaft NGG Region-Aachen,
Dennewartstr. 17, 52068 Aachen
Tel. ++49 241 946740
Handy: 0175-4044686
Fax. ++49 241 9467467

 

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