Kronenbrot: Auf Messers Schneide!

Am 3. November führte die Gewerkschaft NGG der Region Aachen in Alsdorf eine Mitgliederversammlung mit den Beschäftigten des Würselener Unternehmens Kronenbrot durch. Über 150 organisierte Kolleginnen und Kollegen nahmen an dieser Veranstaltung teil.
Nachdem am 22. Oktober die NGG-Tarifkommission das Scheitern der Verhandlungen mit der Geschäftsleitung des Unternehmens Kronenbrot erklären musste, kam es am 2. November auf Wunsch der Geschäftsleitung zu einem weiteren Gespräch mit der Tarifkommission von NGG. Auf der Betriebsversammlung informierten der Geschäftsführer von NGG der Region Aachen Peter Mogga sowie der Betriebsratsvorsitzende von Kronenbrot in Würselen über den aktuellen Stand der Tarifauseinandersetzung.

Dieses Vorhaben, dass nicht nur die Bildung einer innerbetrieblichen Zwei- Klassen- Arbeitnehmerschaft zur Folge hätte, sondern mittel- und langfristig auch die Einkommen der Stammbelegschaft deutlich absenken soll, konnte von den Verhandlungsführern der NGG-Tarifkommission nicht akzeptiert werden. Deshalb wurde nach drei Verhandlungsrunden die Tarifverhandlung von der NGG-Seite als gescheitert erklärt.
Auch bei dem Gespräch am 2. November rückte die Arbeitgeberseite nicht wesentlich von ihrer Forderung, den Tarif des Bäckerhandwerkes zu übernehmen, ab.
Während einer angeregt geführten Diskussion auf der Versammlung vom Samstag einigten sich die NGG-Tarifkommission und die anwesenden Kolleginnen und Kollegen darauf, dass am Mittwoch, dem 7. November, die Urabstimmung für einen unbefristeten Streik durchgeführt wird.
Besondere Brisanz bekommt dieser Arbeitskampf durch die Tatsache, dass die Unternehmensleitung von Kronenbrot entgegen den bestehenden Grundrechten in der Bundesrepublik einen Arbeitskampf für gesetzwidrig hält und mit juristischen Mitteln einen Streik verhindern will.
NGG hat nach eigenen Angaben die Rechtmäßigkeit eines Streikes sorgfältig prüfen lassen. Dieser wäre rechtmäßig und die Teilnahme daran berechtigt den Arbeitgeber nicht, Abmahnungen, Kündigungen oder Schadensersatzforderungen auszusprechen. Die Drohungen der Geschäftsleitung mit solchen Maßnahmen sollen nach Ansicht von NGG nur der Einschüchterung der Beschäftigten dienen.

Nach dem erfolgreichen Warnstreik bei Kronenbrot vor zwei Wochen und trotz des Beschlusses auf Durchführung einer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik appellieren sowohl die Tarifkommission als auch die Kolleginnen und Kollegen nochmals an die Geschäftsleitung, ihre starre Haltung aufzugeben und eine Zugrundelegung des Industrietarifes für einen Haustarifvertrag nicht weiter zu blockieren.
(Bild oben: Montage Darius Dunker für z-ac.de, Foto: Wikimedia Commons, Lizenz: GnuFDL und Creative Commons Share Alike, Foto Mitte: Norbert Schnitzler für Wikimedia Commons, Lizenz: GnuFDL; Foto unten: Siegfried Faust für z-ac.de)



