Maastricht verbietet Hausbesetzer-Festival

Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Darius Dunker

ImageEine große Veranstaltung war geplant: Über 70 Bands, DJs, VJs usw. sollten auf vier Bühnen an drei Tagen beim Großen Kraakfestival an diesem Wochenende in Maastricht auftreten. Workshops, Ausstellungen, Theateraufführungen waren geplant. Das alles als großes Fest der Hausbesetzungsszene, Eintritt sollten die BesucherInnen nach eigenem Ermessen zahlen.

Doch die Behörden in Maastricht legten den Veranstaltern immer neue Steine in den Weg. Wegen angeblicher Sicherheitsbedenken wurde das Festival nicht genehmigt. Die Veranstalter vermuten, dass große Ansammlungen radikaler Gruppen verhindert werden sollen, weil am gleichen Wochenende in Utrecht zu G8-Protesten aufgerufen wurde.

Am Donnerstagabend meldeten sich die Veranstalter auch bei z-ac, weil wir das vielversprechende Kraakfestival in unseren Terminkalender aufgenommen hatten:

Hallo Ihr alle,

unglücklicher Weise müssen wir euch mitteilen, dass das KRAAK-Festival dieses Wochenende nicht stattfindet. Vor wenigen Tagen teilte uns der Maastrichter Bürgermeister mit, dass wir das Festival nicht veranstalten dürfen. Und zwar aus folgenden (dummen) Gründen:

  • Es finden verschiedene Veranstaltungen an diesem Wochenende in der Stadt statt und sie befürchten, dass nicht genug Polizei verfügbar ist bei Notfällen oder Problemen.
  • Der andere Grund, weshalb es nicht genug PolizistInnen gibt, ist dass die viel Zeit mit Problemen mit den sogenannten Drugrunners verbracht wird, sodass für unser Festival kein Zeitbudget übrig bleibt.
  • Am selben Wochenende findet in Utrecht ein Festival namens "Days of Rage" (Tage der Wut) statt (zum G8-Treffen in Japan). Der Stadtrat befürchtet, dass radikale Gruppen runter nach Maastricht zum Festival reisen und Chaos verbreiten könnten.

Seit einigen Wochen ging es um Sicherheitsfragen wegen des draußen stattfindenden Teils des Festivals. Wir machten eine Reihe Lösungsvorschläge (andere Orte, Zäune, Sicherheitsleute usw.), aber das alles genügte ihnen nicht. Ihre Entscheidung teilten sie uns erst sehr spät mit. Wir versuchten sogar, das Festival in andere Städte in der Umgebung zu verlegen, aber so kurzfristig war das dort nicht möglich.

Natürlich sind wir sehr enttäuscht und verärgert wegen dieser Entscheidung. Wir haben bis zuletzt (jetzt) gekämpft, um das Festival zu ermöglichen, aber nun sind uns keine Möglichkeiten mehr geblieben.

Es wird ein Festival wie dieses wieder geben, aber ein noch besseres! Außerdem wird es in diesem Jahr noch viele kleinere Events im Landbouwbelang geben. Wir möchten euch allen für eure Unterstützung danken und hoffen, dass ihr das nächste Mal dabei seid! Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, nehmt Kontakt zu uns auf!

Grüße
Kees und Jos

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