Gewerkschaft fordert Genehmigung für Munitionstests
Der FTGB Hennegau fürchtet, dass die Arbeitsplätze am Mecar-Stammsitz in Seneffe (bei Charleroi) gefährdet sind, wenn die Munition nicht im Camp Elsenborn getestet werden kann. Erst vor einem Jahr hatte die Wallonische Region beschlossen, sechs Millionen Euro Beihilfen an Mecar zu zahlen, damit der Standort Seneffe mit rund 350 Arbeitsplätzen gehalten wird.
Mecar ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der amerikanischen Allied Defense Group Inc. und fertigt Munition "made in Belgium" von 25 Millimeter für Maschinenkanonen bis hin zu 120-mm-Mörsergranaten für schwere Mörser. Während früher vor allem europäische Staaten zu den Abnehmern der Mecar-Munition gehörten, erklärt die kurz vor dem zweiten Weltkrieg gegründete Firma heutzutage stolz, neben der "historischen Kundenbasis" verstärkt auch auf "neue Märkte" vorzudringen. Diese neueren Kunden sind offenbar beispielsweise das absolutistische Regime in Saudi-Arabien, dessen sinkendes Auftragsvolumen als Grund für die Subventionen von 2007 angeführt wurde.
In Elsenborn hatte Mecar zuletzt neue, angeblich magnesiumhaltige Munition getestet, deren genaue Zusammensetzung mit Hinweis auf militärische Geheimhaltung aber nicht verraten wurde. UmweltschützerInnen und VertreterInnen der Wasserwirtschaft in der Eifel befürchten, dass die Munition zu giftigen Gewässerbelastungen führen könnte. Das Camp Elsenborn liegt mitten im Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes-Venn-Eifel, aus dem sich auch die Talsperren zur Trinkwasserversorgung der Aachener Region speisen.
Die erhebliche Lärmbelästigung durch die Munitionstests brachte vor allem die AnwohnerInnen in den überwiegend deutschsprachigen belgischen Orten Bütgenbach und Elsenborn und auf deutscher Seite in Kalterherberg (bei Monschau) in Rage. Sie hatten sich in der grenzüberschreitenden Initiative "Stop Mecar" organisiert und schließlich erreicht, dass Mecar trotz vorläufiger Erlaubnis letztlich doch keine endgültige Genehmigung erhielt.



