Die Hochfinanz bedankt sich!

Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Ullrich Mies
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Hilfe für unsere armen Banken
Die relativ kurzfristig geplante Politperformance zur Finanzmarktkrise erwies als großer Erfolg. Eine Abordnung der „Hochfinanz“ zog am späten Nachmittag des 21. Oktober vom Holzgraben zum Aachener Rathaus. Ihre Route unterbrachen die sieben in schwarze Anzüge gekleideten Herren nur, um den am Weg liegenenden Banken einen kurzen Besuch abzustatten. Anlass für die Politperformance war der umstrittene Finanzmarktstabilisierungsfonds.

Die Aussagen der Sprechblasen, die die Herren an langen Stäbenmit sich führten, waren unmissverständlich und für jeden deutlich sichtbar. Da hieß es u.a.:

Danke! Für die Übernahme unseres Finanzschrotts.
Danke! Für die 500 Mrd. €.  Unser Casino geht weiter.
Dank für die Rettung! unseren RegierungskollegInnen und deren Parlament.

ImageDas Publikum auf der Straße war sichtlich amüsiert, manche reagierten irritiert, wieder andere klatschen sogar Beifall, als die Gruppe, der sich auch einige Pressevertreter angeschlossen hatten, durch die Straßen zog. Während ihres Umzuges verteilten Sie großzügig 500 €- Scheine mit der Aufforderung: „Nehmen Sie nur, wir haben reichlich davon“.

Die Gruppe trat als „Komitee für freudiges Wirtschaften“ auf, die sich um den sozialen Frieden im Lande sorgt. Unter ihnen Ratsherr Horst Schnitzler, Herbert Köppen alias Dr. Raffsack, der Künstler Mohammed Ahmed, Walter Schumacher und der Initiator der Performance Ullrich Mies.

ImageKöppen erklärte, die Performance sei für ihn ein Weg, mit der „unbeschreiblichen Wut auf die Politiker und den von ihnen geschaffenen Verhältnisse“ umzugehen.

„Die Politiker spielen sich jetzt als die großen Retter der Finanzkrise auf. Dabei haben sie aktiv mitgeholfen, diese zu befördern“, so Schnitzler.

Mies ist überzeugt: „Die Regierung in Berlin ist Dienstleister des Finanzkapital, hat dem Kapital alle Hemmnisse aus dem Weg geräumt und die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben organisiert.“

Image„Jetzt tun sie so, als seien sie von der Entwicklung völlig überrascht worden. Das ist der Gipfel der Verlogenheit“, kommentierte Schnitzler.

„Die Finanzkrise ist ein logischer und ganz normaler Zyklus im Kapitalismus. Man sollte daher marode Finanzunternehmen untergehen lassen, statt deren Besitzer auch noch mit Milliarden zu belohnen", betonte Schumacher.

ImageBei ihren Spontanbesuchen bei einigen Kreditinstituten reagierten die Damen und Herren des lokalen Geldgewerbes sehr unterschiedlich. Manche nahmen den Besuch der „Hochfinanz“ mit einem nur schwer zu verbergenden Schmunzeln auf, bei anderen hielt sich die Begeisterung in Grenzen.

Dr. Raffsack bat stets, die Filialleitung sprechen zu dürfen und bot dann seinen Gesprächspartnern geeignete Hilfestellungen für den Fall an, dass die Bank in Schieflage käme.

Der Aufenthalt in den einzelnen Filialen gestaltete sich durchweg recht kurz, da die Gruppe im dunklen Outfit relativ schnell freundlich hinauskomplimentiert wurde. Der Auszug aus den Banken wurde stets mit dem Lied kommentiert: „Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt, wer hat so viel Pinke Pinke, wer hat so viel Geld?

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