Macht zu die Tür, die Tor macht dicht...
Wir begrüßen die vielen Aktionen und Stellungnahmen gegen den Naziaufmarsch am Heiligabend. Ein breites Bündnis von Parteien und Kirchen unter Führung des Oberbürgermeisters hat sich für "aktive Ignoranz" entschieden. Wir freuen uns, dass von Ignoranz gar nicht gesprochen werden kann, wenn Rat und Parteien ohne Unterbrechung mit Erklärungen und angekündigten Aktionen an die Öffentlichkeit treten. Die Nazis werden also keineswegs ignoriert. Es wird ihnen nur kein Widerstand entgegengesetzt.
Für viele Bürgerinnen und Bürger ist es zu wenig und zu schwach, nur über Nazis zu reden und die Arbeit dann der Polizei zu überlassen. Die konkrete Auseinandersetzung mit den Neonazis ist keineswegs nur eine Aufgabe der Polizei, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe. Wenn wir wollen, was alle wollen, nämlich dass die Neonazis in Aachen keinen Spielraum haben, dann reicht es nicht, das zu sagen, dann muss die Gesellschaft auch etwas dafür tun.
Wir haben bei Freunden in der Region eine kleine Umfrage per E-mail durchgeführt und um die Unterstützung für einen kurzen Aufruf gebeten: Nazis sind keine Weihnachtsmänner. Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, werden von ihnen bedroht und angegriffen, wie mehrfach in Aachen geschehen. Faschismus bedeutet Gewalt, er HAT keinen Anspruch auf freie Meinungsäußerung. Wir werden am 24. Dezember demonstrieren und wollen einen Naziaufmarsch verhindern.
Diesen Aufruf haben in kurzer Zeit viele Menschen aus sehr unterschiedlichen politischen Gruppen unterzeichnet. Es sind viele Gewerkschaftsmitglieder, Parteimitglieder der SPD und der Linken, aber auch der FDP dabei, Turn und Sportvereine, Einzelpersonen aus der gesamten Region und Gruppen ausländischer Bürger haben sich zurückgmeldet. Dies zeigt: Das Bedürfnis, sich den Nazis in den Weg zu stellen ist größer als die Rede von der aktiven Ignoranz bislang zeigte. Es ist keineswegs so, dass es "nur" Antifa, VVN und Autonome zum Hauptbahnhof zieht. Wir lehnen Gewalt ab, fordern aber zum bürgerlichen Ungehorsam auf. Sich den Nazis in den Weg zu stellen, ihre Wege zu blockieren ist das Recht aller Demokraten, die verhindern wollen, dass diese kriminellen Banden noch einmal Europa in Schutt un Asche legen. Das Grundgesetz ist dabei auf unserer Seite. Wir erwarten von den staatlichen Einrichtungen, dass sie diese Haltung respektieren und unterstützen und nicht in den Geruch des Kriminellen rücken.
Der Mordversuch an dem Polizeipräsidenten in Passau hat die Öffentlichkeit für kurze Zeit wachgerüttelt. Die anderen über 130 Morde von Neonazis konnten leider nicht so viel Aufmerksamkeit erregen. Nach dem Passauer Attentat liegt doch offen zu Tage, dass die Neonazis - auch und gerade die Bande, die am 8. November schon einmal Aachen heimsuchte - eine kriminelle Vereinigung sind, die einzige in Deutschland, die legal und unter Schutz des Staates für ihre Verbrechen öffentlich werben kann.
Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen. Wir werden nicht tatenlos zuschauen, wie die Demokratie noch einmal von rechts zerstört wird. Wir rufen deshalb mit vielen anderen dazu auf, am 24. 12. 08 um 9.00 Uhr an der Protestkundgebung vor dem Hauptbahnhof teilzunehmen.



