Proteste gegen Steinkohlekraftwerk in Düsseldorf
Vorab war bekannt geworden, dass die von der Energie Baden-Württemberg (EnBW) majorisierten Stadtwerke trotz des ablehnenden Beschlusses des Stadtrates vorerst weiterhin am Bau des umstrittenen Kohleblocks C festhalten wollen. Offenbar soll die endgültige Entscheidung bis nach der Kommunalwahl herausgezögert werden.
Im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung hatte der BUND mehr als 2.500 Protestschreiben an den Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke Düsseldorf AG, EnBW-Chef Hans-Peter Villis, geschickt. Darin wurde der Stopp aller Kraftwerksplanungen gefordert. Die geplante persönliche Übergabe der Schreiben an Villis scheiterte allerdings an der Verweigerungshaltung des EnBW-Vorstandsvorsitzenden.
Dirk Jansen, BUND-Geschäftsleiter und Initiativen-Sprecher: Die Stadtwerke und deren Mehrheitseigner missachten offenbar den Bürgerwillen. Im stillen Kämmerlein und über die Köpfe der Betroffenen hinweg soll über ein Projekt entschieden werden, dass die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ablehnen und das gravierende negative Auswirkungen für die ganze Stadt hätte. Jetzt rächt sich der Verkauf der kommunalen Stadtwerke-Anteile an den Energiemulti. Die Poptestschreiben wurden aber letztendlich doch noch von einem
Stadtwerke-Sprecher entgegen genommen.
Wie die Stadtwerke soeben bekannt gaben, soll die vorgelegte Planung eines Steinkohlekraftwerks nunmehr ökologisch optimiert werden. Als Entgegenkommen an die Stadt Düsseldorf soll daneben auch ein Plan B eines alternativen Kraftwerks geprüft werden. BUND-Sprecher Dirk Jansen: Unterm Strich bleibt damit aber alles beim alten. Die Stadtwerke drücken sich vor einer klaren Entscheidung, die unsägliche Hängepartie geht weiter. Von der Zurücknahme des bei der Bezirksregierung vorliegenden Antrags auf
immissionsschutzrechtliche Genehmigung des 400 MW-Steinkohleblocks C ist keine Rede. Dabei sollte sich der Konzern ein Beispiel an ihrem Mitkonkurrenten VATTENFALL nehmen. Dieses Unternehmen hat jetzt seinen Verzicht für den umstrittenen Neubau eines 800 MW-Steinkohlekraftwerks in Berlin verkündet und will stattdessen auf Biomasse- und Gaskraftwerke setzen.
Bei einer Realisierung des 400 Megawatt-Steinkohlenkraftwerks würden mit jährlichen CO2-Emissionen von mehr als 2,5 Millionen Tonnen nicht nur alle Düsseldorfer Klimaschutzziele, sondern auch die Luftreinhalteplanung torpediert. Trotz vermeintlich moderner Filtertechnik würde der Kohleblock jährlich 160 Tonnen extrem gefährlicher Feinstaubpartikel und einen Mix gefährlicher Schwermetalle und radioaktiver Substanzen ausstoßen. Dabei sei das Kraftwerk für die Düsseldorfer Stromversorgung vollkommen überflüssig und untergrabe die notwendige Energiewende. Allein durch Energiesparen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien und den Einsatz hocheffizienter Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung könnte den Anforderungen an eine zukunftsfähige Energieversorgung Rechnung getragen werden.
Quelle: Pressemitteilung des BUND NRW



