NATO-Protest stellt Camp-Konzept vor
Am Montag, 9.3. fand eine Ortsbesichtigung der von der Stadt Strasbourg zur Verfügung gestellten Flächen für ein Camp statt. Die am südlichen Stadtrand, im Stadtteil Neuhof / Stockfeld, gelegenen Gelände bestehen aus vier einzelnen Flächen und erreichen eine Gesamtgröße von ca. 16 Hektar. Während auf zwei Flächen (jeweils etwa 2 Hektar) eine dichte Grasnarbe die Erde bedeckt und gute Bedingungen bietet, sind für die zwei größeren Flächen (6 und 7 Hektar) noch umfangreiche Vorarbeiten bis zu einer Nutzung als Campfläche notwendig. Mit Stroh sollen z.B. Wege vorbereitet und das Aufstellen einer Infrastruktur ermöglicht werden.
Die Organisatoren des Camps bekräftigten, dass das Camp in Eigenregie aufgebaut und in Selbstorganisation verwaltet werde. Mit Diskussions- und Abstimmungsmodi unter den Gruppen sowie der Einbindung und dem Anpacken aller, werde ein System der direkten Partizipation entwickelt werden.
Die NATO- und Gipfelgegner erwarten an dieser Stelle von der
Präfektur die gleiche großzügige Unterstützung und Finanzierung, wie
sie für den NATO-Gipfel aus der Steuerkasse gewährt wird. So müsse der
Boden für das Camp vorbereitet, Abfallentsorgung geklärt und Toiletten
bereit gestellt werden. Was den Einen billig ist muss den Anderen
nicht teuer kommen!
Provokation Militär auf dem NATO-Protest-Camp!
Das
Angebot der Strasbourger Präfektur, die Toiletten des Camps von
Einheiten der französischen Armee aufstellen zu lassen, wurde jedoch
als pure Provokation entschieden zurück gewiesen. Es sei eine
Frechheit, äußerten sich Aktive der Camp-Orga-Gruppe, dass erst die
Aufstellung teurer Wassertoiletten verlangt werde, um dann scheinheilig
Hilfe anzubieten. Die internationale Vorbereitung des Protestes
fordert die Präfektur auf, diese Art von Spielchen sein zu lassen.
Monty Schädel, politischer Geschäftsführer der Deutschen
Friedensgesellschaft (DFG-VK), wies darauf hin, dass es an anderen
Stellen immer möglich gewesen ist, Stellen der Notdurft durch andere
Systeme abzusichern. Der NATO-Protest wolle das Militär abschaffen und
nicht zur zivilen Beschäftigung von Soldaten oder gar Unterstützung der
PR-Arbeit beitragen.
Soldaten, wollen wir nicht einmal für die Entsorgung unserer Fäkalien! sagte Schädel.
(Text und Foto: NATO-Protest 2009)
Weitere Informationen
- Camp-Plan (PDF-Datei, Stand 9.3.09)
- Camp-Website (deutsch / französisch)



