Ein Tritt in die richtige Richtung

Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Walter Schumacher

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Picket-Line auf der Rathaus-Treppe
Am ersten Advent wurde auf dem Weihnachtsmarkt in Aachen für ein „Sofort raus aus Afghanistan“ geworben. Auf 25 riesigen Schildern wurde die Forderung als 25 Meter lange „Schlange aus großen Buchstaben“ durch die Menschenmassen auf dem Aachener Weihnachtsmarkt getragen. Die gelungene Aktion brachte den Kriegs-GegnerInnen sehr viel Sympathie und Zustimmung der Weihnachtsmarkt-BesucherInnen ein.

Anschließend wurde Glühwein ausgeschenkt, der dabei half, sich aufzuwärmen und noch mal mit einem „Prost“ auf den Rücktritt (besser das Getreten-worden-sein) von F.-J. Jung anzustoßen.

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Viel Zustimmung auf dem Weihnachtsmarkt
Dieser erste Schritt in die richtige Richtung eines Austritts aus dem Afghanistankrieg machte Jung aber wohl nicht ganz freiwillig und noch weniger aus eigener Erkenntnisfähigkeit. Vielmehr startete die „Bild“-Zeitung eine Pressekampagne, deren Beweisführung den Rücktritt regelrecht erzwingen musste. Die „Bild“ bewies mit diversen Insider-Belegen genau das, was die Antikriegsbewegung seit Wochen behauptet:

Der Angriff auf die zwei entführten Tanklastwagen in Afghanistan war ein Massaker gegen Zivilisten und vermutlich ein Kriegsverbrechen. Die anders lautenden Beteuerungen des damaligen „Verteidigungs“Minister Jung gegenüber der Öffentlichkeit wurden als Lügen entlarvt.

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Ein Besinnungsthema im Konsumgetümmel
Aber warum fährt die Bildzeitung diese Kampagne? Schließlich steht im Dezember eine Entscheidung im Bundestag über die Fortsetzung dieses Afghanistankrieges an.

Dies wirft für uns diverse Fragen auf:

  • Sind Widersprüche der Grund, die sich innerhalb der herrschenden Klasse um die Frage drehen, ob der Krieg in Afghanistan weitergeführt werden soll oder lieber nicht?

  • Soll Deutschland sich von der engen Bindung an die Kriegsführung der USA lösen?

  • Geht es um eine Imagekampagne für Gutenberg, damit der als „Saubermann“ wieder Spielraum bekommt für die Fortsetzung des Krieges?

  • Geht es schlicht um irgendwelche Macht- und Fraktionskämpfe innerhalb der bürgerlichen Parteien?

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Mit dabei: Bundestagsabgeordneter Hunko
Wir wissen das Ziel dieser Pressekampagne nicht, sondern können momentan nur spekulieren. Aber aus unserer Sicht bleibt klar, dass die Bildzeitung nicht plötzlich zu einer Zeitung für irgendeine „Wahrheitsfindung“ oder gar deren „Verbreitung“ geworden ist, Sie bleibt vielmehr ein journalistisches Kampforgan für politische (Schlamm-)Schlachten. Es bleibt also interessant, wie die Auseinandersetzung um den deutschen Anteil am Afghanistankrieg weitergehen.

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