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Geschrieben von Darius Dunker

Die geplante Überbauung der Weser in Verviers (Quelle: Vesdre avenir)
In Verviers ist Streit um den Umgang mit der Weser entbrannt. Für ein
großes Einkaufszentrum soll ein Teil des Flusses im Ortszentrum überbaut
werden, doch viele Menschen in Verviers halten die Pläne für unpassend,
überdimensioniert und nicht umweltgerecht. Eine Bürgerinitiative überreichte gestern der Stadt über 7000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren.

Die Weser in Verviers. (Foto: Vesdre avenir)
Wie sehr ein Fluss die Seele einer Stadt bestimmt, das spürt man vielleicht am deutlichsten in einer Stadt wie Aachen, die keinen Fluss hat und deren Bäche überwiegend in der Kanalisation versteckt wurden. Dreißig Kilometer weiter westlich, im belgischen Verviers, darf man sich glücklich schätzen, mit der Weser (Vesdre) ein relevantes Gewässer im Stadtzentrum zu besitzen. Doch jetzt ist Streit in der 55.000-Einwohner-Stadt um den Umgang mit der Weser entbrannt. Für ein großes Einkaufszentrum soll ein Teil der Weser im Ortszentrum überbaut werden, doch viele Menschen in Verviers halten die Pläne für unpassend, überdimensioniert und nicht umweltgerecht.
7100 Unterschriften hat die Bürgerinitiative "Vesdre avenir" deshalb nach Angaben des Belgischen Rundfunks gestern der Stadt Verviers übergeben. In ihrer Petition heißt es:
Wir sind gegen die Überbauung der Weser in Verviers. Wir
sprechen uns für eine anspruchsvolle Planung der Innenstadt als
Einkaufszentrum von Verviers aus, die die gewachsenen Strukturen der
Stadt berücksichtigt: ihre erhaltenswerte Umwelt, ihre historischen
Bauten, ihre Geschichte, ... und nicht zuletzt ihre Bürger. Wir setzen
uns ein für eine lebenswerte Stadt am Fluss und menschliche Maßstäbe
bei der Planung.

Häuser an der Weser (Foto: Vesdre avenir)
In Verviers ist nur allzu gut bekannt, wie sehr die deutschsprachige Nachbarstadt Eupen damit zu kämpfen hat, dass ihr großes Einkaufszentrum ATC nicht den erhofften Erfolg hat.
Die Bürgerinitiative wird in ihrem Protest von zahlreichen Künstlern, Architekten usw. unterstützt, beispielsweise den bekannten Comickünstlern Benoît Peeters und François Schuiten. Peeters und Schuiten, die auch den belgischen Beitrag zur Expo in Hannover gestaltet hatten, schufen zahlreiche Comics über städtebaulichen Wahnsinn, insbesondere mit ihrem Comicband "Brüsel" eine Anklage gegen die Zerstörung historischer Stadtzentren zugunsten geistloser moderner Bauprojekte.
Umfangreiche weitere Informationen, auch in deutscher Sprache, enthält die Website der Bürgerinitiative. Dort ist es auch möglich, sich online der zitierten Petition anzuschließen.