Meditieren aus Ruinen

Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Siegfried Faust
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Das ehem. Ludwigskolleg
Die Sozialistische Partei ( SP ) Roermond, Die Linke Heinsberg und das Bürgerkomitee „Kloster St. Ludwig “ aus dem niederländischen Vlodrop luden am 27. Mai 2007 Bürgerinnen und Bürger aus den Niederlanden und Deutschland zu einem Spaziergang rund um das dem Verfall ausgesetzte Kloster „St. Ludwig“ in der niederländisch-deutschen Grenzregion ein.

Trotz des regnerischen Wetters nahmen etwa 50 Menschen aus beiden Ländern an dieser Begehung teil. Dank der sachkundigen Führung durch Vertreter des „Bürgerkomitees für den Erhalt des Klosters“ konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Eindruck über den erschreckenden Zustand des Klostermonumentes gewinnen.

Das Kloster St. Ludwig wurde 1909 als Franziskanerkloster durch den deutschen Pater Wenceslaus Straussfeld gegründet. Als moderne Schule diente das Kolleg, abgesehen von einer durch den 2.Weltkrieg bedingten Unterbrechung, von 1909 bis 1977 etwa 3000, vor allem männlichen Schülern in St. Ludwig als Ausbildungsstätte. Das Kloster, das sich im niederländischen Nationalpark De Meinweg befindet, zeichnete sich neben seiner Ausbildungstätigkeit unter Anderem auch dadurch aus, dass die Mönche erfolgreiche Methoden entwickelten, um den im Nationalpark vorherrschenden sandigen Boden zu kultivieren und ihre Erfahrungen auch an die Bauern in der Umgebung weitergaben.

1979 wurde der Schulbetrieb eingestellt und das St. Ludwig an den niederländischen Staat verkauft, der es später verlustreich an die „Bewegung der Transzendentalen Meditation“ veräußerte. Dieser „Bewegung“, die auf dem Klostergelände unter dem Namen „Maharishi European Research University (MERU)“ eine „Universität“ gründete, wurde die Auflage erteilt, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in seinem Zustand zu erhalten. Ohne rechtsgültige Genehmigung und unter massiver Hinwegsetzung über die Auflagen des Denkmalschutzes begann die „Bewegung“ im September 2001 damit, das prachtvolle Klostergebäude niederzureißen! Begründet wurde diese Aktion mit einer angeblichen Unvereinbarkeit der vorhandenen Gebäude mit den Grundsätzen der „Bewegung“. Zwar konnten die niederländischen Behörden nach kurzer Zeit den Abriss stoppen, dem Beschluss niederländischer Gerichte, den Schaden an den Klostergebäuden nicht größer werden zu lassen, kommen die „Hausherren“ allerdings nur unzureichend nach. Das dem Beitrag beigefügte Bild vom Nordflügel des Gebäudes zeigt, dass große Teile des Bauwerkes in ruinösem Zustand sind und nur unzureichend mit Planen abgedeckt wurden. Statt den Verfall zu stoppen errichteten die „Hausherren“ auf dem eingezäunten und streng bewachten Gelände ein pompöses villenartiges Bauwerk, dem angeblichen zeitweiligen Wohnsitz des „Bewegungsführers“ Maharishi Mahesh Yogi , und stellten etliche schmucklose Betonwohncontainer auf.

Die Vertreter vom Bürgerkomitee berichteten, dass ihr Kampf für die Erhaltung und gegen den mutwillig herbeigeführten Verfall des Klosters auf wenig Unterstützung der zuständigen regionalen niederländischen Behörden stößt. Obwohl es eindeutige Hinweise darauf gibt, dass es unter Missachtung der niederländischen Gerichtsbarkeit weiter Abrissarbeiten an Klostergebäuden (es soll zum Beispiel erst jüngst ein unter strengstem Denkmalsschutz stehendes Bienenhaus eingerissen worden sein) vorgenommen werden und die „Bewegung der Transzendentalen Meditation“ dem Verfall des Klostermonumentes keinesfalls Einhalt gebietet, sehen die zuständigen Behörden dem Treiben mehr oder weniger tatenlos zu.

Engagierte Bürgerinnen und Bürger, die niederländische SP und Die Linke. werden das Komitee „Kloster St. Ludwig“ weiterhin im Kampf gegen den Verfall dieses erhaltungswürdigen Bauwerkes unterstützen. So sollen auf jeden Fall diese Rundgänge um das Kloster regelmäßig fortgesetzt werden.

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