NPD-Stand nach Protesten aufgelöst. Polizei lässt bewaffnete Neo-Nazis durch die Stadt ziehen
Aachen. Nach Protesten von rund vierzig spontan
zusammengekommenen Antifaschisten brach die NPD ihren gegen elf Uhr am
Kaiserplatz aufgebauten Stand kurz nach 13 Uhr ab.
Mit Schildern wie Heimreise statt Einreise" versuchten sie Stimmung gegen Migrantinnen und Migranten zu machen. Der Stand wurde von acht bis zehn NPDŽlern um den Stolberger Funktionär Willibert Kunkel betrieben und von zwölf Mitgliedern der offen neonazistisch auftretenden Kameradschaft Aachener Land" geschützt.
Die KAL-Leute, durchweg junge Männer, trugen einheitlich
schwarze T-Shirts, Sonnenbrillen und am Gürtel circa vierzig cm lange und drei bis vier cm breite
Schlagstöcke, an deren Ende eine kleine schwarze Fahne angebracht war. Mit
Sprüchen wie frei - national" konnte diese Gruppe immer wieder unbehelligt
durch die Adalbertstraße ziehen, ohne dass die Polizei eingriff.
Auf Rückfrage erklärten die Beamten, sie würden die Stöcke als Fahnen anerkennen.
Gegenwehr
Über Handys und Mails informiert, sammelten sich ab zwölf Uhr
Antifaschisten
zunächst am Rande des Kaiserplatzes. Nach wenigen Minuten war
die Gruppe mit 15 Leuten groß genug und positionierte sich unmittelbar vor dem
NPD-Stand. Es kam zu verbalen Scharmützeln. Kurz darauf trennten rund zwanzig
Polizisten die beiden Gruppen, ließen es aber immer wieder zu, dass die KAL-Leute in
den Reihen der Antifaschisten provozierten.
Inzwischen waren etwa vierzig NazigegnerInnen zusammengekommen, die den
Infostand bedrängten; eine Verbreitung der braunen Propaganda
war somit unterbunden. Petrus tat schließlich seinen Teil dazu bei,
dass die
NPD ihren Stand unter Sprechchören im strömenden Regen abbrach. Am
wirkungsvollsten
erwies sich dabei der von einer jungen Berlinerin eingebrachte Spruch:
Ohne Staatsschutz -
wärt Ihr nur drei Mann!
Eine Anspielung auf die bekannt gewordene Unterwanderung der NPD durch den Verfassungsschutz". Laut dpa ist jeder siebte Funktiosträger der NPD in der Leitungsebene V-Mann.
Zum Abschluss zogen die Antifaschisten noch lautstark durch
die Stadt zum Elisenbrunnen und erklärten sich angesichts der widrigen Umstände
und der Kürze der Mobilisierungszeit mit ihrer Aktion zufrieden. Sie rechnen
aber in Zukunft mit weiteren Auftritten der Neo-Nazis in Aachen.
[update:] Zeitgleich fand in Inden bei Düren eine breite Kundgebung gegen die NPD statt. Weitere Infos hier bei der Antifa Düren


